Wie mich ein Hautproblem so aus der Bahn werfen kann

Ich werde heute mal die Stille und gääääähnende Leere auf diesem Blog etwas stören. Zwar hab‘ ich nicht wirklich etwas Neues oder überhaupt etwas zu erzählen, aber… Ja, aber ein Thema liegt mir schon länger auf dem Herzen. Eigentlich quält es nur mein selbst Bild und meine „Ästhetik, des Erscheinungsbildes“ wie ich sie gerne nenne, aber das macht sie nicht weniger belastend. Deswegen möchte ich mal mein Herz ausschütten, ob es dem einen nun gefallen wird oder nicht ist mir da irgendwie egal.

Für alle die sich mit dem Thema Hautkrankheiten oder anderen fiesen und recht bildlichen Beschreibungen meinerseits unwohlfühlen sollten, sollten hier besser nicht weiterlesen! Ich möchte nicht, dass ich jemanden triggere der sowas gar nicht abkann. Ob es sich nun um einfaches „Einfach widerlich“ handelt oder ich damit schlicht und ergreifend an einer Phobie kratze, was ich beides nicht möchte, wollte ich einfach mal vorwarnen damit es nicht dazukommt, dass ich jemandem den Sonntagnachmittag oder einen anderen Tag verderbe! Falls hier für dich Schluss ist sehen wir uns sicherlich irgendwann in einen Beitrag wieder der kein Problem für dich sein sollte, sprich Bücher, Fotos, Schreiben, BoJu oder anderem Zeugs welches ich auf meinem Blog immer mal Anspreche 🙂

Und natürlich ist dieser Beitrag wieder viel zu lang geworden, also wenn du kein Problem mit dem Thema hast, sondern mit der Länge versteh ich das vollkommen!

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Ich weiß einige wird es nicht interessieren. Die werden sich dann fragen was mein Problem ist, weil sie vielleicht nicht wissen wie es sich anfühlt mir solchen „komplexen“ gelebt zu haben und immer noch zu Leben. Anderen wird es vielleicht ein klitzekleiner Trost sein, ich weiß es nicht. Zumindest hab‘ ich rausgefunden, dass über dieses Thema irgendwie stillschweigen herrscht. Irgendwie ist alles (zumindest was ich mitbekommen habe die letzten Monate) was zum Thema Hautkrankheit gehört ein kleinwenig Tabu. Entweder man soll nicht heulen und es nehmen wie eine Frau oder man wird für verrückt erklärt, nur weil man sein Unwohlsein diesbezüglich zum Ausdruck bringt. Oder das schönste was einem entgegengepfeffert wird ist ja der Spruch; „Es gibt Leute, die haben viel größere Probleme, (ob Haut- oder andere Probleme) da ist das doch ein Klacks, mit dem du da zu kämpfen hast. Also stell dich mal nicht so an!“

Was hat sich meine Haut da nur einfallen lassen?

Angefangen hatte alles mit ein oder zwei kleinen Pickelchen um den Mund. Ich, nichtsahnend natürlich fleißig weitergecremet und das nicht zu knapp, denn durch meine trockene Haut muss ich Regelmäßig cremen, damit ich nicht schuppe wie eine Eidechse oder ähnliches. Leider half das cremen überhaupt nicht – oh Wunder, und es wurde eher noch schlimmer. Bis die kleinen Pickelchen sich zu einer geröteten Stelle ausgebreitet hatten, die zu allem Überfluss auch noch schuppig aussah wie als würde ich das Prinzip von Tagescreme nicht einmal annähernd kennen.

Erst jetzt fing ich an im Internet mal etwas zu „recherchieren“ und „Onkel Google“ zu fragen was das sein könnte. Ich bin mir ziemlich sicher ein vernünftiger Mensch wäre irgendwann zum Arzt gegangen, wenn die Haut anfängt sie zu schuppen und die Pickelchen gleichzeitig etwas Nässen und irgendwie wurde die Fläche auch immer größer, aber ich nicht… Das hat verschiedene Gründe aber der grundlegende Kern ist immer der Gleiche, bei jedem Arzt, bei dem ich bisher war, hab‘ ich mich gefühlt wie der letzte Pleppo. Als wäre ich Blöd, ein Hypochonder und würde mir alles nur einbilden oder nur zum Arzt rennen um eine „vernünftige“ Ausrede zu haben nicht zur Schule zu müssen – damals als ich noch zur Schule ging. (Ich kann noch so viel dazu sagen, aus diesem Grund kriegt man mich nur recht widerwillig und im äußersten Notfall zum Arzt. Meistens sind die Schmerzen/Probleme von einer Skala von 1 bis 10, dann schon bei 20+… Vorher kriegt mich keiner zum Arzt.)

Aber genug davon. Google sagte mir mit Hilfe zahlreicher Artikel und Bildern (ich verglich meinen komischen Ausschlag mit diversen Bildern auf Google) und war mir irgendwann ziemlich sicher, dass mich die periorale Dermatitis heimsuchte.

Warum wusste ich zwar nicht, ich schminke und überpflege nun bei allerliebe nicht wirklich, trotz der extrem trockenen Haut. Aber irgendwas musste nun mal der Auslöser sein, sei es, dass ich meine Pflegeprodukte nicht mehr vertrug, etwas Falsche gegessen oder einfach nur Stress. Es war nun mal so und der Hautausschlag schien für eine Weile bleiben zu wollen.

Was mir in meiner damaligen psychischen Verfassung irgendwie nicht gefiel. Ich fühlte mich so schon hässlich genug und brauchte nicht noch einen Hautausschlag oder wie wir es nennen wollen gratis dazu. Zwar war ich verzweifelt, ließ mir aber nichts anmerken, schließlich litt ich schon seit der Pubertät an unreiner Haut. Aber diese großflächigen roten „Flatschen“ im Gesicht waren die Krönung von allem was ich je an Hautproblemen hatte (bis jetzt zumindest). Es half auch nichts als die erste Stelle abzuheilen schien und eines Schönen morgens dreimal so schlimm, entzündet und rot wiederauftauchte. Und es half noch weniger, dass meine Eltern mich jedes Mal, wenn sie mich Mal näher betrachten konnte und meinten „Na das sieht ja wieder schlimm aus, obwohl’s vorgestern schon fast weg war“, danke, meine lieben, DAS wusste ich bei aller Liebe auch schon.

So sieht das Ganze vom Hautbild her aus

Das „Erscheinungsbild“ der Mundrose wie es auch genannt wird ist einfach wie auch störend zugleich (finde ich):

  • es ist eine entzündliche flächenhafte Hautkrankheit die in Schüben auftritt
  • meist um den Mund herum, wo zu den Lippen eine wenige Millimeter breite „Linie“ frei bleibt (ein gutes erkennungsmerkmal), es tritt aber auch um die Nase und den Augenlidern herum auf
  • es bilden sich Flächen mit Knötchen (die Knötchen sehen, bei mir, aus wie normale Pickel) und natürlich ist alles rot und wirkt entzündet – oft spannt die Haut dabei sehr und schuppt wie gesagt manchmal auch extrem

Wie gesagt, es ist an sich nicht schlimm oder tut höllisch weh, es ist unangenehm, wenn die Haut juckt und spannt, aber das war’s dann auch. Die Bläschen oder Pappel wie sie fachlich heißen, nässen bei mir (nicht mehr), und sind mal mehr mal weniger ausgeprägt. Irgendwie hat das so ein Erscheinungsbild, wie wenn man sich heftig an Brenneseln verbrannt hat und die stellen rot sind und anfangen Eiterbläschen zu produzieren, wenn das ganze am Abheilen ist.

Und wie gesagt, seit Ende September ärgere ich mich damit herum! Und das obwohl ich seit geraumer Zeit die sogenannte Null-Therapie (mit kurzen Unterbrechungen) durchziehe.

(Entschuldige die Fratzen xD)
Hier oben auf den Bildern kann man sehen wie ich heute (26.01.20) aussehe. Vorweg muss ich sagen; auf Fotos sieht es immer nicht ganz so schlimm aus wie in der Realität (man sieht halt bloß immer eine gerötete Fläche auf Fotos mehr nicht) UND heute ist ein guter Tag an dem es nicht so rot aufflammt. Manche Tage möchte ich mich gar nicht im Spiegel betrachten, geschweige denn vor die Tür gehen.

Vorgeschlagene Behandlung = Null-Therapie und GANZ viel Geduld

Hmm schön und gut, Null-Therapie, aber was ist das jetzt genau? 

Das kann ich dir sagen;
die Null-Therapie wird auf allen Seiten, die ich bis jetzt zu dem Thema gefunden habe als einzige Möglichkeit genannt wie man das wieder in den Griff kriegt. (Außer man geht zum Arzt und lässt sich Antibiotikacremes, in schweren Fällen evt. Tabletten und ph-Neutrale Pflegeprodukte verschreiben).

Null-Therapie sagt ja eigentlich der Name schon; Null Gesichtscremes, Null Makeup, Null Waschlotion und Null alles was die Haut sonst noch reizen kann und ihre eigene Schutzbarriere daran hindert sich wiederaufzubauen und zu regenerieren. 

Empfohlen wird das Gesicht nur noch mit warmen Wasser gewaschen und mehr nicht. Ich wasche mein Gesicht morgens und abends, einige empfehlen es nur am abends zu waschen, aber das sollte jeder für sich selbst herausfinden denke ich! Mir geht es mit dieser Routine ganz gut und meine Haut dankt es mir langsam, aber sicher doch, dass es nur Wasser ranlasse. Natürlich kann man sich hier auch beim Arzt Waschgels und Cremes für’s eincremen verschreiben lassen.

Falls die Haut mal richtig spannt, juckt und zuckt empfehlen viele (eigentlich alle) Seiten auch, dass man sich Schwarz Tee Wickel macht. Also Wickel nicht wie im traditionellen Sinne, sondern, dass man sich dünne Baumwolltücher, die in kaltem Schwarztee getränkt wurden für 10-15 Minuten auf die betroffenen stellen legt. Es ist herrlich angenehm, kühlt und die Stoffe aus dem Tee sollen den Entzündungen und allem möglichen vorbeugen und die Haut darüber hinaus noch beruhigen.

Aber ansonsten braucht das halt seine Zeit bis es weg ist. Und so lange wie es dauert, dauert es halt.

 

Mein „Leidensweg“ bis hierher und warum das so eine große Sache für mich ist

Durch diese leicht durchzuziehende Maßnahme ist bei mir die erste Stelle, die sich gebildet hatte (die am Mundwinkel) fast weg. Das hat aber auch bis Mitte Dezember gebraucht. Die Stellen um die Nase und an den Augen wurden später „angegriffen“ also denke ich mal, werden die noch eine Weile zu Gast sein.

Irgendwann lief mir beim Recherchieren auch dieser Artikel auf stern.de über den Weg, der mich vor Freude fast hat, weinen lassen! Und der auch der Anstoß dazu war meinen eigenen „Leidensweg“ zu teilen. Falls du ihn auch lesen möchtest [HIER] findest du ihn und falls dir mein Geschwafel nicht geholfen hat, vielleicht tut es dieser Artikel, wer weiß?

Da die Null-Therapie anschlägt und die Stellen nicht wirklich schlimmer werden, außer sie flammen durch eine stressige Situation oder meiner Unart – mit den Hände im Gesicht herumzufummeln, wieder auf, sehe ich keinen wirklichen bedarf deswegen zum Arzt zugehen. Und es beeinträchtigt mich ja auch nicht im Alltag oder in anderen Situationen. Es sieht nur halt nicht schön aus und kann jemanden wie mich der doch recht „empfindlich“ auf das Thema unreine Haut usw. reagiert, noch unangenehmer sein als es vielleicht ist. Trotzdem schwöre ich weiter auf die Hausmittelchen – abends im Bett mit einigen Beuteln Schwarztee im Gesicht herumliegen, und das Gesicht nur mit Wasser reinigen und darauf, dass die Zeit irgendwann alle Wunden heilen wird.

Hört sich wieder übelst theatralisch an, oder?
Ja, das tut es sicherlich. Aber ich finde es unfair, meine Probleme mit denen Anderer zu vergleichen! Ich sage ja schließlich auch nicht, das ich das Problem welches jemand anders hat belanglos oder unsinnig finde. Natürlich geht es anderen sicher VIEL schlechter als mir mit der Rötung im Gesicht, natürlich ist es nur ein „kleines“ Problem welches sich mit Geduld (und Spucke) irgendwann gibt. Aber das ist noch lange kein Grund mein Problem, welches für mich real ist zu relativieren und mir zu sagen ich soll den Arsch zusammenkneifen und aufhören deswegen rum zu heulen!

Ich kenne viele (und ich hab selbst mal dazugehört) die sich von anderen einreden lassen ihre Probleme seien nicht wichtig, nicht real. Sie müssten sich halt nur mehr anstrengen und sich etwas wichtigem widmen was ihre Gedanken vom Problem fern hält, aber so liebe Leute funktioniert das nicht. Nicht, wenn man Jahre lang eingeredet bekommt man sei nur etwas wert, wenn man auch ansehnlich ist, und da ich ja schon leichtes Übergewicht habe, könnte ich mir keine schlechte Haut mehr leisten. Traurig aber wahr! Kinder und Teenager sind schon grausam, wenn es darum geht andere zu hänseln und schikanieren nur weil sie nicht „perfekt“ sind oder halt anders aussehen.

Aber gut, das soll reichen für heute. Ich wollte ja nur mal meinen Kopf etwas leeren und ein ventil für die Dinge und Gedanken finden die mich so 24/7 beschäftigen.

Ansonsten würde ich mich wie immer über Austausch mit dir freuen. Egal ob du selbst schon einmal so ein Problem hattest oder es etwas anderes war was dir Probleme bereitet hat. Wer weiß, vielleicht kennst du ja den ein oder anderen Trick von Oma, was man bei sowas machen kann? Ich hab schon alles was mir weitergeholfen hat probiert (sogar Vaseline, die aber auch ZU fettig für die arme, geschädigte Haut war…), deswegen bin ich diesbezüglich für Vorschläge aller Art offen.

Wasserzeichen

 

Beitragsbild by Alexandra Gorn on Unsplash

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